Electroboy macht Karriere

Sein Ego ist riesig und genauso riesig ist das Loch, in das er fällt: Florian Burkhardt alias Electroboy hatte grosse Pläne für sein Leben. Lange sah es aus, als falle ihm alles in den Schoss: Er reüssierte als Supermodel, surfte auf der Dotcom-Blase und war der König der Zürcher Clubszene. Doch plötzlich schaut er in den Spiegel – und was er sieht, tut weh. Dem Regisseur Marcel Gisler ist mit dem Film «Electroboy» das feinfühlige Porträt eines Menschen gelungen, dessen rastlose Suche nach Liebe und Ruhm unter die Haut geht. Seit seiner Erstaufführung am Filmfestival Locarno hat der Dokumentarfilm „Electroboy“ von Marcel Gisler Festival an Festival und Erfolg an Erfolg gereiht.

Schweizer Filmpreis
eldorado_04_752x440Das Porträt über den Schweizer Florian Burkhardt, den schillernden Möchtegern-Schauspieler und Partyveranstalter der 90er Jahre, der heute wegen einer Angststörung zurückgezogen lebt, erhielt in den Kategorien „Bester Dokumentarfilm“ und „Beste Montage“ den Schweizer Filmpreis. Damit schliesst sich, beinahe ironischerweise, ein Kreis in Florian Burckhardts Leben. Als er als junger Mann sein Elternhaus verliess, hätte nicht viel gefehlt und er hätte Karriere in Hollywood gemacht. Er fuhr einfach hin, mit 50 Dollar in der Tasche, guten Fotos und einem Lebenslauf, in dem er sich eine Ausbildung an der Schauspielschule Zug andichtete (die es nicht gibt) und die erfundene Auszeichnung mit dem Schweizer Filmpreis. Aus der Hollywoodkarriere ist dann nichts geworden, der Schweizer Filmpreis hingegen ist nun real…

electroboy_05_752Zürcher Filmpreis
Die Stadt Zürich zeichnete „Electroboy“ mit dem Filmpreis aus. In ihrer Begründung schreibt die Jury: Electroboy» ist die filmische Entdeckungsreise durch das Leben des 40-jährigen Florian Burkhardt alias Electroboy. Der charismatische junge Basler ging in den 90er-Jahren nach Hollywood, um ein Star zu werden, wurde Model, Internetpionier und Initiator eines Partylabels – um heute als IV-Bezüger in Berlin zu leben. Nach diesen teils bizarren Umschwüngen im Werdegang des Protagonisten taucht der Film in dessen Familiengeschichte ein und lässt das bislang Erzählte in wiederum neuem Licht erscheinen. «Electroboy» ist eine hochdramatische Story und der erste Dokumentarfilm von Marcel Gisler. Dabei liegt dem Regisseur daran, sich als inszenierende, teils den Lauf der Geschehnisse mitbestimmende Instanz erkennbar zu machen. Einen gewichtigen Anteil an der kreativen Umsetzung von «Electroboy» hat die Montage, für die Thomas Bachmann zeichnet. Sie verleiht dem Film eine erfrischend eigenwillige Dynamik – in einer stellenweise skizzenhaft anmutenden Kadenzierung von Schnitten, aber auch in der immer wieder überraschenden Verknüpfung von Ton und Bild, die den Film formal ebenso wie inhaltlich zu einem Erlebnis machen.

Publikumspreis
eldorado_02_752x440Zudem gewann der Film am DOK.fest in München den Publikumspreis und schaffte es bei den European Film Awards in die Shortlist der besten Dokumentarfilme.

Aber auch in der Presse wird Gislers Film gut bis euphorisch besprochen. Hier nur ein paar Häppchen aus der Fülle von tollen Reviews:

„Atemberaubender Dokumentarfilm“
DIE ZEIT

„Eine faszinierende Dokumentation über ein wundersames Leben zwischen Selbsterfindung und Selbstfindung.“
NZZ

„Ehrlich, authentisch und schonungslos.“
Bayerischer Rundfunk – KINO KINO

„Electroboy geht unter die Haut.“
Westdeutscher Rundfunk

„Hingehen, anschauen. Unbedingt.“
20min – Friday

„Gewinner zum Gernhaben“
Tages-Anzeiger

„Marcel Gislers erster Dokumentarfilm ist seinem schillernden Sujet gewachsen, ist weit mehr als nur die Aufzeichnung von Zusammenhängen. Electroboy geht über das Dokumentarische hinaus…“
SRF

„Marcel Gisler erzählt mit der inszenatorischen Raffinesse eines erfahrenen Spielfilmregisseurs.“
St. Galler Tagblatt

„Das Ende ist so wendig und überraschend wie der ganze Film.“
watson

„Ein exzellentes Kinoerlebnis“
Zürcher Studierendenzeitung

„Ein subtiler Psychotrip.“
Sonntagszeitung

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